„Wofür das Geld II“

Österreichs teuerstes Kunstwerk*

Wie kam es zu dem Preis!?

Wofür das Geld II, Stempeldruck auf Fadenetikette, islandrabe
Das teuerste Kunstwerk Österreichs: ein Stempeldruck auf Fadenetikette von islandrabe für 2.149 EUR.
(Credit: Richard Schwarz)

Das Werk „Wofür das Geld II“ ist 1,8 cm hoch, 2,3 cm breit und 0,04 cm tief. So groß ist das Preisschild, auf dem per Stempel sein Verkaufspreis aufgedruckt ist. Geschaffen wurde die Arbeit vom unter dem Label „islandrabe“ in unterschiedlichen Kooperationen tätigen Tiroler Künstler Richard Schwarz im Zuge des Förderpreises der Klocker Stiftung 2024, für den ihn der Beirat, u. a. bestehend aus der Kuratorin Sabine Gamper, dem Künstler Martin Gostner und dem Direktor des Kunsthaus Bregenz, Thomas D. Trummer, vorschlug. Nachdem das Preisschild im Klocker Museum in Hall in Tirol im Rahmen der Ausstellung „Wofür das Geld“ zu sehen war, wurde es anschließend u. a. in Wien im Salon der Transmitterin Franziska Helmreich präsentiert, die bereits Künstlerinnen wie Martha Jungwirth oder Künstlern wie Franz West eine Plattform bot.

Im Jänner 2026 erwarb die Kunstgenuss GesbR das Kunstwerk. Durch den Kauf bestätigten die Gesellschafterinnen und Gesellschafter den Preis des Werks „Wofür das Geld II“ und damit dessen Wert für die Entwicklung der österreichischen Kunst. Mit Anfang März ging es in das Miteigentum der ersten Gesellschafterin über. Bis Ende 2028 wird es bei Privatpersonen und Institutionen von Wien bis Pfaffenhofen, vom Waldviertel bis in die Südsteiermark Station machen.

Der Verkauf ist spektakulär, da er selbst die Preise eines Erwin Wurm in den Schatten stellt, der sich z. B. aktuell im renommierten Ranking „Kunstkompass“ als bestplatzierter österreichischer Künstler findet und von einer der bedeutendsten Galerien Österreichs, jener von Thaddaeus Ropac, vertreten wird. Anhand des Verkaufspreises von 2.149 EUR für das Preisschild mit den Maßen 1,8 × 2,3 × 0,04 cm ergibt sich nach der am Kunstmarkt gängigen Formel „(Höhe + Breite + Tiefe) × Faktor = Euro“ für islandrabe der unfassbare Künstlerfaktor von 519 EUR/cm – sprich: fünfhundertneunzehn Euro pro Zentimeter Kunst.

Selbst für den intransparenten und unbeschränkten Kunstmarkt ist es ein außergewöhnliches Ereignis, dass dieses Werk einen derartigen Preis erzielte. Es ist ein kleines Format, keine der marktbeherrschenden Galerien war involviert, kein dicker Katalog in einem Verlag mit Namen erschien dazu, auf keiner der gefragten Kunstmessen war das Werk vertreten und auch die Algorithmen sozialer Medien hatten damit nicht gerechnet. Es hat den Anschein, dass auch auf dem Gebiet der Kunst schlicht finanzwirtschaftliche Faktoren zählen und damit für den Erfolg maßgebend sind. Geld bestimmt die Qualität.

Kunst kann die Realität herausfordern, Grenzen ausloten oder sie überschreiten – das und viel mehr wird der Kunst in ihrer Freiheit zumindest zugesprochen und zugeschrieben. Aber kann sie das einlösen, wenn der Wert von Kunst am Preis festgemacht wird?

Wofür das Geld II, Stempeldruck auf Fadenetikette, islandrabe
Das Werk im Klocker Museum in Hall in Tirol anlässlich der Ausstellung „Wofür das Geld“.
(Credit: Dino Bossnini)

Die Geschichte einer Wertschöpfung

Kunst mit Preis (Vorgeschichte I)

Am 12. Mai 2021 erschien eine Nachricht auf kunstforum.de. Ihr Titel lautete „Teuerster österreichischer Künstler: Günter Brus“. Der Inhalt der Nachricht lässt sich grob so zusammenfassen:

Preis und Provenienz scheinen tadellos – und über das Kunstwerk „Ohne Titel“ von 1961 selbst finden sich die Angaben, dass es „eine informelle Arbeit“ in der Größe von 222,5 × 239,5 cm sei, ausgeführt in Dispersion auf Nessel.

Regelmäßig führen derartige Ereignisse am Kunstmarkt zu vergleichbaren und auch außerhalb der Kunstwelt wahrgenommenen Nachrichten, in denen es eigentlich nur um den Preis geht. Als Gefühl und vor allem als Frage bleibt dabei: Was kann Kunst denn für die Gesellschaft leisten, wenn von ihr im Grunde bleibt, wer wem wie viel bezahlt hat?

Wofür das Geld II, Werbetafel für den Preis, islandrabe
Werbetafel für das Werk „Wofür das Geld II“ inkl. Angaben zu den verwendeten Künstlerindices.
(Credit: Dino Bossnini)

* geschaffen von einer lebenden Künstlerin, einem lebenden Künstler und pro cm


Kunstgenuss Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR)

1. Zweck

Der Zweck der Kunstgenuss GesbR, weiters „Gesellschaft“ genannt, ist der gemeinschaftliche, zeitlich befristete Ankauf des Kunstwerks „Wofür das Geld II“, weiters „Werk“ genannt, und dessen öffentliche Bekanntmachung u. a. mittels Presseaussendung und Präsentationen.

Diesen und alle weiteren Punkte enthält der Gesellschaftsvertrag der Kunstgenuss GesbR.


Kontakt

Bei offenen Fragen und Rückmeldungen aller Art: brief@wofuerdasgeld.info.

Impressum

islandrabe
Richard Schwarz, Kaiserbergstraße 11, 6330 Kufstein
E-Mail: brief@islandrabe.com

Text, Gestaltung, Programmierung: Richard Schwarz
Fotos: Dino Bossnini, Richard Schwarz

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